Japan im Überblick – Tag 6 – Takayama

Heute verbringen wir den Großteil des Tages im Zug, denn es geht von Toba nach Takayama. Der Tag beginnt mit einem gewöhnungsbedürftigen japanischen Frühstück, das mir nicht so recht bekommt. Wer möchte schon mit Hummersuppe den Tag starten?

Reisen ist wirklich bequem und überraschend einfach, denn alles ist auf Englisch ausgeschildert und wir finden trotz Umsteigens unseren Weg, unseren Zug und unseren reservierten Sitzplatz. Für die Fahrt haben wir uns in einem Supermarkt mit Snacks eingedeckt. Da gibt es wirklich feine Sachen, man muss sich nur trauen 🙂

In Takayama angekommen haben wir unser Gepäck verstaut und sind in der Altstadt spazieren gegangen. Diese ist mit ihren kleinen engen Gassen und Holzhäusern genauso wie man sich das alte Japan vorstellt. Heute ist es natürlich hauptsächlich touristisch mit den vielen Läden, in dem Sake, Grüntee-Eis (!) und Hida-Rind und allerlei Souvenirs angeboten werden. Es ist hier deutlich kälter als in Kyoto und von unserem Hotelzimmer kann man die schneebedeckten Berge sehen. Perfekter also geht es kaum, als wir entdecken, dass der Onsen des Hotels auf der Dachterasse einen spektakulären Blick auf genau diese Aussicht bietet. Ich könnte mich wirklich daran gewöhnen! Auch das Abendessen ist wieder besonders, denn es gibt Sukiyaki. In diesem Menu gibt es von Salat, Sushi, Tempura bis hin zu Sukiyaki (Rindfleisch in Brühe gekocht) und einer heißen Platte, auf der man sein rohes Rindfleisch selbst brät, alles. Lecker!

Japan im Überblick – Tag 5 – Miho-Museum – Ise-Schrein – Toba

Heute haben wir Kyoto, diese zauberhafte Stadt, verlassen und uns Richtung Tokyo aufgemacht.

Unser erstes Zwischenziel ist das Miho-Museum, das etwa eine Stunde von Kyoto versteckt in den Bergen liegt. I.M Pei (u.a der Architekt des Louvre) hat es für die Shumei-Sekte erbaut und dafür die Legende um einen Fischer, der einem Licht folgend durch einen tunnelartigen Pfirsischhain läuft, um schließlich am anderen Ende des Tunnels auf das Paradies zu stoßen. Genauso hat der Architekt dieses Museum erbaut: mitten im Nichts folgt man einem langen Tunnel und trifft auf eine Brücke über einer Schlucht. Am anderen Ende steht das Museum eingebettet in die Natur. Über 90% des Gebäudes liegen unterirdisch, denn man hat den Berg komplett abgetragen, um ihn nach dem Bau wieder aufzuschütten. Die gesamte Architektur ist sehr beeindruckend und einzigartig und man könnte Stunden damit verbringen, das Museum von allen Seiten und aus allen Winkeln zu fotografieren. Die ausgestellten Exponate, allesamt aus der Sammlung der Sektenführerin, sind durchaus interessant, werden aber meiner Meinung nach vom Museum vollkommen in den Schatten gestellt.

Auf dem Weg zum Ise-Schrein, unserem nächsten Ziel, haben wir an einer Raststätte gegessen und so wieder ein Stück japanischer Esskultur kennengelernt: man bestellt hier am Automaten, bekommt eine Nummer und wird aufgerufen. Alles läuft geregelt und geordnet und jeder bekommt sein Essen. Der Ise-Schrein in der Stadt Ise auf der Halbinsel Shima ist Nationalheiligtum. Jeder Japaner muss hier einmal in seinem Leben gewesen sein (genau wie auf dem Fujijama). Zwischen Zypressen und Zedern liegt er inmitten der Natur und wird alle 20 Jahre neu aufgebaut, weil es die Tradition so verlangt. Er wandert somit alle 20 Jahre nach links oder recht; der jetzige Schrein ist aus dem Jahr 2013. Der Hauptschrein ist den Priestern vorbehalten, aber man im gesamten Areal sehr schön spazierengehen.

Die Nacht verbringen wir im Küstenort Toba direkt am Meer, mit einem schönen Blick vom Hotelzimmer direkt auf die Bucht. Und das Beste: hier ist der erste Onsen unserer Reise! Dieser wird von dem japanischen Schmuck-und Kosmetikhersteller Mikimoto betrieben, man badet also in allerfeinstem Perlenstaub! Ein Onsen ist ein traditionelles Bad und fester Bestandteil im Leben eines Japaners. Früher, als es noch keine eigenen Badewannen und Duschen im Haus gab, hat man sich regelmäßig im Onsen getroffen, um zu baden und zu tratschen. Strikt getrennt nach Geschlechtern natürlich, denn man betritt es nur nackt. Anders als man denken würde, reinigt man sich gründlich, bevor man in das 40 Grad warme Wasser steigt. Dazu stehen mehrere Hocker und Duschbrausen bereit und natürlich allerlei Pflegeprodukte. Eingeseift und abgeduscht steigt man dann in hüfthohes heißes Wasser und lässt es sich gutgehen. Die meisten Onsen haben auch einen Außenbereich, den man auch nutzen kann. Man kann das Spiel einseifen-abduschen-baden durchaus mehrfach wiederholen, allerdings sagt der Kreislauf eines Europäers recht schnell danke. Es gibt zudem unzählige Regeln, die man befolgen muss und sicherlich haben wir einiges falsch gemacht nach den Blicken zu urteilen. Aber man fühlt sich einfach grandios danach und außerdem duftet man herrlich!

Zum Abendessen gab es entsprechend der Lage Meeresfrüchte aller Art, von Lobster über Muscheln bis zu Garnelen. Und: ich hab es sogar probiert!

Japan im Überblick – Tag 4 – Kyoto

Unseren heutigen Tag haben wir zeitig gestartet, um möglichst ohne die Touristenmassen am Fushimi Inari Schrein zu sein – und es hat geklappt! Auf dem Rückweg war es wirklich voll und diese Menschen haben auf jedem Foto mindestens 5 andere Menschen drauf.  Wir aber hatten die Gelegenheit, wunderschöne Fotos von den Tausenden roten Toren (japanisch Torii) zu machen, die auf 4km im Abstand von etwa 50cm stehen. So schön und so anders als alles andere, was man vorher gesehen hat. Diese Kulisse wurde mehrfach für Filme genutzt, zB auch in „Die Geisha“. Wir mussten es einfach auch sehen.

Nach dem Schrein-Besuch sind wir mit dem Zug nach Arashiyama gefahren. Dieser Vorort liegt ein bisschen außerhalb und ist besonders beliebt zur Kirschblüte, wenn sich halb Kyoto dahin aufmacht. Wir sind vorrangig wegen des Bambuswaldes gekommen, der sich als Allee von Bäumen entlang des Weges erstreckt und wo man wunderbar spazierengehen und den sich im Wind wiegenden Bambus genießen kann. Hier haben wir auch zwei echte Geishas getroffen, die gerade für einen Fotografieren posiert haben. Echte Geishas!

Zurück im Zentrum haben wir den Yasaka-jinja-Schrein besucht und sind im Gion-Viertel spaziert. Dieses Viertel ist noch sehr ursprünglich und wie man sich das im alten Japan vorstellt (oder im Film „Die Geisha“ sehen kann): kleine Häuser und Geschäfte, enge Gassen und Lampions an den Türen. Und: ein Totoro-Laden! Wie toll! Oder „Kawaii!“ wie die Japanerinnen sagen würden. Übrigens direkt neben dem Laden für alles rund um das Gibli-Studio gab es ein Hello Kitty Cafe, wo man nicht nur jedes Essen in quietschbunt und in Kitty-Form bekommt, sondern sogar direkt mit der Plüsch-Kitty am Tisch sitzen kann. Verrückt.

Was für ein aufregender Tag. Alle wichtigen Dinge für uns haben wir nun in Kyoto gesehen, ein check mehr auf der bucket list. Und es gibt ja noch so viel mehr zu sehen!

Japan im Überblick – Tag 3 – Kyoto

Heute ging es in Kyotos Gärten und Tempel: gestartet sind wir ganz früh im Ryoan-Tempel, ein Zen-Garten, der zum Entspannen einlädt. Wie man den Kies so in Kreisen harkt, ohne dass man Fußspuren hinterlässt, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Apropos Fußspuren: in japanischen Tempeln gilt die Regel, dass man Holz nur barfuß betritt. Deshalb stehen vor vielen Schuhregale, in denen man seine Schuhe für die Dauer des Aufenthalts parkt.

Nach dem Ryoan-Tempel ging es direkt weiter in den Kinkaku-ji Tempel mit seinem Goldenen Pavillon – das wohl bekannteste und meistfotografierte Motiv Japans. Diese Vermutung lässt zumindest die Masse an Touristen zu, die ebenfalls mit uns früh zur Sehenswürdigkeit aufgebrochen sind. Der Pavillon ist ganz in Gold getaucht und liegt wunderschön eingebettet in die Landschaft in einem See. Im weitläufigen Park kommt man unweigerlich an eine Stelle mit noch mehr Touristen, denn hier entscheidet sich, ob man nach Japan zurückkehrt. Trifft man mit einer Münze in ein bereitgestelltes Gefäß, kommt man wieder. Auch ohne Treffer kommen wir zurück, das steht fest!

Schließlich hat uns im Kodaji-Tempel ein Zenmeister in die Kunst der Mediation eingeführt. In einem einfachen Raum hat er uns unter anderem im Lotussitz sitzend auf den eigenen Atem hören lassen. Es ist gar nicht so einfach, vielleicht sogar für gestresste Großstädter unmöglich, sich nur darauf zu konzentrieren und komplett abzuschalten.

Noch mehr zu sehen gab es am Nachmittag im Nijo-jo Schloss: hier verkündete der damalige Shogun die Restauration der Macht des Kaisers. Highlight für mich war das „Nachtigall-Parkett“: die Fußböden machen durch eine geniale Konstruktion bei jedem Schritt ein pfeifendes Geräusch, sodass sich Spione früher nicht anschleichen konnten. Bei so vielen Touristen ist das natürlich heute ein großes Spektakel!

Reizüberflutung auch am Abend im Yodobashi Kaufhaus, dem japanischen Konsumtempel auf 6 Stockwerken und lauter Musik und Blinken überall. Das mussten wir mit Okonomyaki, japanischer Pizza, verdauen. Mmh! In dieser Woche hat übrigens offiziell die Kirschblüte begonnen: die Regierung hat die erste Blüte in Kyoto in der Zeitung bestätigt. Oh, wie aufregend!

Japan im Überblick – Tag 2 – Kyoto

Nach einer wirklich nötigen Portion Schlaf sind wir bereits 6:30 Uhr aufgestanden, um als gute Touristen die ersten an der Sehenswürdigkeit zu sein, ganz klar. Heute, an Tag 2, stehen Uji und Nara auf dem Programm.

Uji ist für seinen grünen Tee und den Byodoin-Tempel berühmt. Dieser ist auch auf dem 10-Yen-Schein zu sehen. In der Phoenix-Halle des Tempels steht ein großer, vergoldeter Buddha. Wir waren wirklich die allerersten Touristen und konnten schöne Bilder ohne Menschenmassen machen. Etwas später sah das schon ganz anders aus. Gleich danach wurden wir in die hohe Kunst der Teezubereitung eingeführt. Das war ein ganz eigenes Spektakel, denn es gibt viele Regeln, die zu beachten sind: richtige Handhaltung, Verbeugen, Schale richtig herum halten und natürlich das eigentliche Trinken bzw Schlürfen des Tees. Wir saßen auf Knien auf Tatamimatten um die Teezermonienmeisterin herum und haben andächtig jede Bewegung verfolgt, um anschließend selbst den Tee richtig zu trinken. Es ist nicht so einfach wie es klingt!

Nach dieser ersten Einführung in die japanische Kultur ging es weiter nach Nara in den Nara-Park und den Todaiji-Tempel. Nach einer super leckeren Stärkung in unserem ersten Sushi-Restaurant der Reise haben wir im Nara-Park Hirsche beobachtet, die dort frei herumlaufen. Interessanter sind aber eigentlich die Touristen, die diese füttern und mit ihnen für die Kamera posieren. Nicht immer finden die Hirsche das amüsant… Der Todaiji-Tempel ist der größte Holzbau Japans und mit 47m Höhe und 57m Länge wirklich von beeindruckender Größe. Innen steht ein bronzener Buddha, mit 15m der größte in ganz Japan.

Zurück in Kyoto haben wir uns für einen gemeinsamen Spaziergang im Gion-Viertel und anschließendem Abendessen verabredet. Das Vergnügungsviertel ist das Zuhause der Geishas und Meikos. Leider ist dies ein aussterbender Beruf und es  leben nur noch wenige in den engen Gassen des Viertels. Umso glücklicher können wir uns schätzen, dass wir tatsächlich drei von ihnen (keine Touristinnen!) getroffen haben, die ganz schnell in das nächste Haus geschlüpft sind. Abends ist hier richtig viel los! Zum Abendessen gab es traditionelle Kaiseki-Küche. Ich bin mir nicht sicher, was wir alles gegessen haben, aber es war sehr, sagen wir, interessant: Meeresfrüchte, Tofu, Eierspeisen, Sushi, Lotus, Bambus. Vom Restaurant ging es zurück mit dem Bus – macht einen Haken mehr auf der Liste und markiert das Ende des zweiten Tages unserer Reise.