Kurztrip nach Amsterdam im Herbst

Wen es in die Sonne zieht, der hat im Herbst jede Menge exotische Ziele zur Auswahl. Aber auch im heimischen Europa locken viele Regionen Touristen, besonders wenn man als deutscher Arbeitnehmer Anfang November mit zwei Feiertagen beschenkt wird und sich so Kurztrips quasi aufdrängen. Wir haben uns aus diesem Grund für die Hauptstadt der Niederlande entschieden: Amsterdam.

Von Nürnberg aus fliegt KLM mehrmals täglich nach Amsterdam Shiphol. Vom Flughafen aus sind es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nur wenige Minuten bis in die Innenstadt. Unser Zuhause für die nächsten Tage liegt auf der Javainsel, genauer auf dem Wasser, das die Javainsel umgibt. Es ist ein stylisches Hausboot, das nichts vermissen lässt und bei dem uns unser airbnb Gastgeber sogar zwei Fahrräder draufgepackt hat. Das ist in Amsterdam auch unerlässlich. Der günstigste Weg, die Stadt zu erkunden, ist das Fahrrad. Mit über 400km ausgebauten Wegen kommt man wirklich überall bequem und schnell hin. Einfach den Einheimischen folgen, genauso wild klingeln und auf Touristen Acht geben. Und das Abenteuer Amsterdam kann beginnen.

Tag 1

Am Nachmittag  unseres Anreisetages erkunden wir unser Viertel im Osten der Stadt. Hier haben die OBA Bibliothek und das Nemo Science Museum ihr Zuhause. Beide Gebäude sind architektonisch sehr spannend und bieten von ihren Terrassen einen tollen  und kostenlosen Ausblick auf die Stadt. Schon von hier oben lässt sich das Geflecht aus Grachten erahnen und auf dem Wasser herrscht reger Betrieb. Schon im 17. Jahrhundert wurde mit dem Bau der Wasserwege für den Warentransport begonnen. Heute werden die Grachten hauptsächlich von Touristenbooten befahren.

Am Abend fahren wir in das Viertel De Wallen und essen dort in einem kleinen feinen Burgerladen.

Tag 2

Den zweiten Tag beginnen wir ganz touristisch mit einer Grachtenfahrt (€13 p.P für 60 Minuten), die uns vom Wasser aus alle Highlights der Stadt komprimiert und vom Kapitän näher erläutert, zeigt. Die Häuser entlang der Grachten – besonders Kaizergracht, Herengracht und Prinsensgracht – sind dabei mehr hoch als breit. Wenn Steuern aufgrund der Breite eines Hauses bemessen werden, dann ist das eigentlich nur konsequent. Damit in die Häuser auch Waren, Güter und Möbel gebracht werden können, ist bei allen ein Flaschenzug am Giebel angebracht. Und damit die Gegenstände beim Transport nicht an die Hauswand schlagen, sind die Fassaden leicht abgeschrägt. 

Unsere Touristentour führt uns weiter in den Begjinhof, eine Wohnanlage für Beginen, einen christlichen Gemeinschaft. Ein Anziehungspunkt für Touristen ist er vor allem, weil er so idyllisch und ruhig mitten in der lebhaften Stadt liegt.

Kaum ist man aus dem Innenhof getreten, sind alle Geräusche einer Großstadt wieder da. Auf dem Platz vor dem Hof findet gerade ein Antiquitätenmarkt statt, auf dem man schön stöbern kann. Im nahe gelegenen Le Pain Quotidien essen wir sehr lecker und gesund zu Mittag.

Durch viele kleine Gässchen bummeln wir zu den 9 Straßen (De 9 Straatjes), ein Viertel mit vielen kleinen Geschäften und Restaurants. Neben vielen internationalen Ketten findet man in Amsterdam zum Glück auch zahlreiche kleine lokale Modegeschäfte, die sich ein bisschen vom Mainstream abheben. 

Über die Magere Brug (Skinny Bridge), eine der wenigen noch erhaltenen Ziehbrücken aus Holz, fahren wir zur Brouwerij t’IJ, die in einer alten Windmühle eigenes gebrautes Bier in sehr entspannter Atmosphäre servieren. Die Temperaturen sind so angenehm, dass wir sogar draußen sitzen können. Über den nahe gelegen Albert Cuyp Market schlendern wir anschließend noch ein wenig.

Den Tag lassen wir schließlich mit typischen Pannekoeken ausklingen. Pfannkuchen werden in den Niederlanden wie Pizza in allen Varianten und Zutaten serviert und auch wenn man sich für die herzhafte Option entscheidet, kommt immer noch der unverzichtbare süße Syrup Stropp oben drauf. Klingt komisch, schmeckt aber richtig lecker!

Tag 3

An unserem letzten Tag in Amsterdam entscheiden wir uns aufgrund des guten Wetter gegen alle Museen und fahren stattdessen mit der kostenlosen Fähre vom Hauptbahnhof nach Amsterdam Noord. Die Überfahrt dauert nur 2 Minuten und Fahrräder auf der Fähre sind ausdrücklich erlaubt.

Amsterdam Noord ist eines der aufstrebenden Viertel der Stadt und wird touristisch durch den A’dam Lookout, einen großen Turm mit Aussichtsplattform, und das Eye Filmmuseum aufgewertet. Von hier oben hat man eine wirklich tolle Sicht auf die Innenstadt und vor allem das große Bahnhofs- und Hafengelände. Es empfiehlt sich, das Premium Ticket (€15 p.P) zu kaufen, weil es den zweimaligen Eintritt an einem Tag erlaubt. Wir können also nicht nur am Morgen die Aussicht genießen, sondern auch später am Abend, wenn die Stadt erleuchtet. Wer noch ein bisschen mehr Abenteuer braucht, der kann auf Europas größter Schaukel 2 Minuten über dem Rand des Turms schaukeln. 

Wer es dagegen eher etwas ruhig und gemütlich mag, der ist im Café Noorderlicht bestens aufgehoben. Draußen auf der Terrasse blickt man auf das Hafengelände von Amsterdam, drinnen steht eine Bühne für kulturelle Veranstaltungen bereit. Das Essen und hausgemachte Limonaden sind aber auch nicht zu verachten!

 

Unsere drei Tage in Amsterdam nähern sich so langsam dem Ende und wir verbringen unseren letzten Abend mit einem leckeren Picknick (Dank an Albert Heijn) auf dem Hausboot. Amsterdam, du bist eine tolle Stadt, in die wir sehr gern wiederkommen werden!

Extra Tipps für einen tollen Urlaub
  1. Unbedingt rechtzeitig Tickets für das Anne Frank Museum reservieren, sonst hat man gerade am Wochenende keine Chance auf Einlass.
  2. Parken in Amsterdam ist teuer! Wer mit dem Auto anreist, sollte sein Auto entweder an einem P+R Parkplatz abstellen oder, wenn es doch innenstadtnah sein muss, das Parkhaus Oosterdok ansteuern (15€ / Tag).
  3. Bleibt man längere Tage im Land, empfiehlt sich eine OV-chipkaart, die einmal aufgeladen, bequem für mehrere Fahrten genutzt werden kann.

 


Unterkunft: Somoya Saloon (Hausboot), Javakade 70, Amsterdam Oost, https://www.airbnb.com/rooms/858666/ Fahrradverleih: beim Hausboot inkl., sonst verschiedene Anbieter ab €10 pro Tag 

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