Namibia: Hinein in die Dünen!

Nach einer überaus anstrengenden Strecke (Ab Maltahöhe geht die geteerte Straße in eine elende und wenig befahrende Schotterpiste über. Vorher sollte man also unbedingt Reifen und Tankfüllung überprüfen, weil man im Falle des Falles sehr allein sein wird.) erreichen wir am Nachmittag unser Quartier für die nächsten drei Tage: die Sossusvlei Lodge direkt am Eingang zum Sesriem / Namib Naukluft Park. In diesem Nationalpark entstehen die charakteristischen Fotos aus Reisemagazinen, die die rot schimmernde Dünen der Namibwüste zeigen, soweit das Auge blickt.

Gleich am ersten Morgen brechen wir pünktlich zum Sonnenaufgang auf, um als eine der ersten Besucher im Park zu sein. Es gibt neben einem Campingplatz auch eine Lodge innerhalb des Parks, die einen früheren Aufbruch ermöglicht. Außerhalb zu wohnen heißt damit auch, dass wir spätestens zum Sonnenuntergang den Park wieder verlassen haben müssen, sonst droht eine Geldstrafe. Überraschenderweise führt unser Weg über eine geteerte Straße, eine willkommene Abwechslung zum vorherigen Tag. Insgesamt 65 km fährt man bis zum Sossusvlei und Deadvlei, einer Salz-Ton-Pfanne, die durch versandetes Wasser entstanden ist. Dabei geht es entlang an mehreren hundert Metern großen Sanddünen, die im Morgenlicht in allen roten Farben leuchten.

Unser erstes Ziel ist die Düne 45 (an km 45), die wir besteigen wollen. Natürlich sind wir nicht die einzigen Menschen an diesem Morgen, denn die besonders schönen Dünenbilder lassen sich eben nur bei Sonnenaufgang oder -untergang machen, sonst werfen die Dünen keine Schatten. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht, machen wir uns mit anderen Touristen an den anstrengenden Aufstieg. Noch macht die Hitze nicht zu schaffen, aber der lockere Sandboden und der Wind erschweren das Laufen. Jede Anstrengung aber lohnt sich: der Ausblick auf das unendliche Dünenmeer ist atemberaubend! 

Wer es noch spektakulärer mag, der fährt gleich bis zum Ende der Straße und besteigt die höhere Big Daddy Düne. Auch wir fahren bis zum Parkplatz am Ende der geteerten Straße und stehen vor der schwierigen Entscheidung, ob wir die restlichen 5km auf der Sandpiste mit unserem eigenen Auto fahren oder das Shuttle nutzen. Die Warnschilder, dass der Weg nur mit einem 4×4 Wagen zu bewältigen ist und auf eigene Gefahr befahren werden muss, macht uns unsicher. Aber wir haben so ein großes Auto ja nicht umsonst gemietet und lassen es drauf ankommen: Torsten lenkt unseren Hillux profimäßig durch alle kritischen Stellen und schwankt auch nicht, als ein Auto vor uns einsandet und steckenbleibt. Geschafft! Belohnt werden wir mit anerkennenden Blicken der anderen. Von diesem kleinen Parkplatz aus kann man den Rest des Weges zum Deadvlei nur noch zu Fuß gehen. Entscheidet man sich also für die Big Daddy Düne, muss man den Weg ab Tor und die restlichen Kilometer auf der Sandstrecke einberechnen, um nicht in der größten Mittagshitze den Aufstieg anzugehen. 

Vleis entstehen, wenn nach heftigen Regenfällen die Flüsse abgehen, sich das Wasser in den Kuhlen zwischen den Dünen sammelt und dort schließlich vertrocknet. Besonders spektakulär ist das im Deadvlei zu sehen, weil hier vertrocknete Bäume anzeigen, dass es hier wirklich einmal Wasser und Leben gab. Der Kontrast der weißen Pfanne, den dunklen Baumgerippen und den roten Dünen ist wunderschön und jede erschwerlichen Anreise wert.

Spektakuläre Sonnenauf- oder untergänge kann man übrigens auch erleben, ohne die Strecke bis zur Düne 45 zu fahren: die Elim Düne liegt dem Parkeingang am nächsten und kann auch bestiegen werden. Die meisten Touristen übersehen die Abzweigung zur Schotterpise leicht und verpassen so die vollkommene Einsamkeit am Morgen und den Sonnenaufgang über den Naukluftbergen.

Ein weiteres lohnenswertes Ziel innerhalb des Parks ist der Sesriem Canyon, der nur 4km vom Eingangstor entfernt liegt. In Millionen von Jahren hat sich der Tsauchab-Fluss hier in das Gestein hineingefressen und so bis zu 30m tiefe Schluchten geformt. In der Trockenzeit kann man in den Canyon hinabsteigen und den kühlen Schatten genießen.

Unsere Unterkunft, die Sossusvlei Lodge ist uneingeschränkt zu empfehlen. Besonders das Buffett in der Lodge ist großartig! Unterm Sternenhimmel legen Köche die unterschiedlichsten Fleischsorten auf den Grill und grillen es genau so wie man es am liebsten mag. Wenn man lieber fleischlos essen möchte, stellt man sich seine rohen Lieblingsgemüse zusammen und schaut zu, wie sie der Koch live auf einer heißen Platte zubereitet. Sensationell! Wir kosten hier allerlei verschiedene afrikanische Spezialitäten und stimmen überein, dass Oryx medium gegrillt am leckersten schmeckt. Auch die Sundownerfahrt ist grandios. Mitten im Nirgendwo halten wir für ein Picnic und genießen den Sonnenuntergang.


Unterkunft: Sossusvlei Lodge, an der D826 direkt am Eingangstor des Namib Naukluft Parks, http://www.sossusvleilodge.com ParkeintrittSonnenaufgang bis Sonnenuntergang, N$80 pP plus N$10 Auto Shuttle zum Deadvlei: N$150 pP

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